Reden

Vorweihnachtliche Feier des Blindenbunds Aschaffenburg-Miltenberg

07.12.2019

Rede Berthold Rüth, MdL am 07.12.2019 in Stockstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich freue mich, auch heuer wieder bei einem Verband zu Gast sein zu dürfen, der sich mit so großem Engagement für seine Mitglieder einsetzt!

Die BSBB-Bezirksgruppe ist sehr aktiv für ihre Mitglieder!

Ich habe auf Ihrer Internet-Seite gelesen, dass die  BSBB-Bezirksgruppe Unterfranken-Aschaffenburg-Miltenberg im zu Ende gehenden Jahr 2019 wieder eine Reihe von sehr interessanten und hilfreichen Veranstaltungen durchgeführt hat, zum Beispiel:

Vortrag „Lebensqualität trotz Diagnose“
Vorträge zu Demenz und Rehabilitation
iPhone-Treff „Augapfel“
Hilfsmittelberatungen und Rechtsberatungen

Aber auch zahlreiche gesellige Veranstaltungen wie Kaffee- und Singrunden, Stammtische,  literarische Nachmittage sowie Ausflüge, z.B. eine Führung durch die Altstadt von Aschaffenburg für Sehbehinderte.

Für diese wertvolle Arbeit Ihrer Bezirksgruppe für die blinden und sehbehinderten Menschen in unserer Heimat möchte ich Ihnen allen und vor allem Ihnen, lieber Herr Nüßlein als Bezirksgruppenleiter, sehr herzlich danken!
Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Inklusion in unserer Heimat – denn „Inklusion“ bedeutet, dass die Menschen mit Behinderung in der Mitte unserer Gesellschaft leben:
„Inklusion“ ist deshalb auch eine der zentralen Leitlinien der bayerischen Politik! Deshalb ist es unser Ziel, das Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Behinderung noch weiter zu stärken! Die gesellschaftliche Stellung der Menschen mit Behinderung hat sich stark verbessert.

Ich freue mich sehr, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten die Situation der Menschen mit Behinderung in Bayern stark gewandelt und damit auch nachhaltig verbessert hat, nämlich hin zur gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Beispiel:
Seit Inkrafttreten des Bayerischen Gesetzes zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung 2003 müssen auch die Internetauftritte der öffentlichen Hand in Bayern barrierefrei gestaltet werde und zum Beispiel auch  Dokumente für Blinde im Verwaltungsverfahren in einer für sie geeigneten Form zugänglich gemacht werden.

Das ist sehr schön und ein hilfreiches Zeichen dafür, dass wir in Bayern den Menschen mit Behinderung so viele „Schranken“ wie irgend möglich „aus dem Weg räumen“ möchten.
Genau deshalb hat sich der Freistaat auch das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2023 die komplette Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu erreichen:
Wie wichtig die Barrierefreiheit ist, kann man allein daran sehen, dass in Bayern über 1 Million schwerbehinderte Menschen leben.

Bayern bekommt starke Unterstützung für Menschen mit Behinderung durch die Einführung des Sehbehindertengelds 2018.

Bayern bekennt sich aus tiefer Überzeugung zur UN-Behindertenrechtskonvention und damit auch zur Inklusion:

Das Wissen und Können von Menschen mit Behinderung ist eine wertvolle Ressource. Wir brauchen daher noch mehr Arbeitgeber, die die Potenziale und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung nutzen.
Selbstverständlich unterstützen wir all das auch finanziell, zum Beispiel mit der Einführung des Sehbehindertengelds 2018 (rund 12 Mio. Euro im Haushalt). 
Menschen mit einer hochgradigen Sehbehinderung bekommen demnach 177 Euro pro Monat, das entspricht 30 Prozent des Blindengelds in Höhe von 590 Euro pro Monat. Menschen, die hochgradig sehbehindert und gehörlos sind, bekommen 60 Prozent des Blindengelds, 354 Euro pro Monat.
Vom Sehbehindertengeld profitieren schätzungsweise zwischen 5000 und 8500 Personen in Bayern.

Für das Blindengeld über 80 Millionen Euro. 

Allein 2019 gab es rund 60 Millionen Euro für die Schaffung von inklusiven Wohnungen, Werkstätten und Förderstätten für Menschen.

Aber auch die demografische Entwicklung spricht für die Schaffung der Barrierefreiheit:
Denn weil wir in einer immer älter werdenden Bevölkerung leben, sind die Investitionen in Barrierefreiheit echte Zukunftsinvestitionen, die früher oder später jeder und jedem von uns zu Gute kommen können.

Wir ermöglichen damit allen Generationen eine weitgehend freie Beweglichkeit im öffentlichen Raum und damit ein echtes Plus an Lebensqualität.

Inklusion ist eine der schönsten Erfolgsgeschichten!
Die Inklusion von Menschen mit Behinderung ist für mich eine der schönsten Erfolgsgeschichten überhaupt, die wunderbar zur „Frohen Botschaft“ des Weihnachtsfestes passt:
Denn als Christen ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, dass wir uns für unseren Nächsten, unseren Mitmenschen einsetzen - gerade, wenn der unsere Hilfe am nötigsten braucht!

Dem fühlen wir uns in Bayern und auch mich persönlich verpflichtet:
In diesem Sinne:
Frohe Weihnachten und alles Gute für die Zukunft!

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Stimmkreisbüro Berthold Rüth, MdL

Bayernstr. 46
63863 Eschau
Telefon : 09374/970026
Telefax : 09374/970027